Grünenthal Report 2019/20

Think Innovation. Feel Life.®

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Brief des CEO

Grünenthal erzielte 2019 ein finanzielles Rekordergebnis. Unser Umsatz stieg um 9 Prozent und das bereinigte EBITDA um etwa 60 Prozent auf insgesamt mehr als 340 Millionen Euro an. Auf dieses Ergebnis sind wir sehr stolz und blicken voller Zuversicht in die Zukunft – denn unsere Strategie führt uns eindeutig in die richtige Richtung.

„Wir sind der Umsetzung unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen näher gekommen. Im Jahr 2019 erzielte Grünenthal ein rekordverdächtiges Geschäftsergebnis. Zudem erweiterten wir unsere Pipeline um zwei ambitionierte neue Projekte – ein Phase-III-Zelltherapieprogramm für chronische Rückenschmerzen und eine Labelerweiterung für schmerzhafte diabetische periphere Neuropathie, die wir für Qutenza™ eingereicht haben. Diese Erfolge waren nur durch den intensiven Einsatz unserer Teams möglich.“
Gabriel Baertschi, Chief Executive Officer

Auch über die Finanzkennzahlen hinaus können wir stolz auf die unternehmerischen Schritte sein, die wir 2019 umgesetzt haben. Wir haben unsere F&E-Strategie neu ausgerichtet und ein neues F&E-Modell eingeführt, um unsere Position als forschendes, innovatives Unternehmen zu stärken. Diese Strategie ist Ausdruck unseres Engagements, Lösungen in Bereichen mit einem hohen, ungedeckten medizinischen Bedarf zu finden, mit
einem besonderen Schwerpunkt auf unseren vier Kernindikationen: periphere neuropathische Schmerzen, chronische postoperative Schmerzen, chronische Rückenschmerzen und Osteoarthritis. Sie spiegelt auch unsere Leidenschaft wider für die Erforschung vielversprechender neuer Therapiemöglichkeiten und die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die Einrichtung unseres ersten Innovation Hubs in Boston ist ein eindrucksvolles Praxisbeispiel für diesen Ansatz.

Unsere strategische Partnerschaft mit Mesoblast,1
einem weltweit führenden Unternehmen in der Zelltherapie, ist ein weiteres herausragendes Beispiel. Es ist unser erstes Zelltherapieprojekt, das die gemeinsame Entwicklung und die exklusiven Vermarktungsrechte von MPC-06-ID in Europa und Lateinamerika umfasst. MPC-06-ID ist eine innovative Behandlung von chronischen Rückenschmerzen aufgrund degenerativer Bandscheibenerkrankungen. Das Medikament wird für Patienten entwickelt, bei denen verfügbare therapeutische Optionen keine wirksame Linderung gebracht haben.

Zu den weiteren Höhepunkten des vergangenen Jahres zählt die erfolgreiche Integration der beiden schmerzbezogenen Marken Nexium™ und Vimovo™ – zwei Produkte, die wir 2018 im Rahmen der größten Investition in der Geschichte von Grünenthal erworben haben. Beide übertrafen die Zielwerte für 2019. Darüber hinaus trugen auch Qutenza™, Zomig™ und Palexia™ maßgeblich zu unserem finanziellen Erfolg bei. Und auch in den Regionen außerhalb unserer Kernmärkte erzielten wir beeindruckende Verkaufszahlen, während unser Lohnfertigungsgeschäft ebenfalls einen wertvollen Beitrag leistete.

Ein weiteres Highlight war die Gründung eines innovativen Start-up-Unternehmens namens Fern Health, das in den USA einen digitalen Concierge-Service für Patienten mit Muskel-Skelett-Schmerzen anbietet. Wir haben 2019 einen ergänzenden Antrag für ein neues Medikament eingereicht, der – sofern er genehmigt wird – das US-Label von Qutenza™ auf die Behandlung von Patienten mit schmerzhafter diabetischer peripherer Neuropathie ausweiten wird.

Dadurch ergäbe sich die großartige Chance, den medizinischen Bedarf der großen Patientenpopulation in den USA, bei der diese Krankheit diagnostiziert wurde, zu decken. In Lateinamerika haben wir die Umsetzung unseres Aim4Prime-Projekts weiter vorangetrieben. Mit diesem Projekt fokussieren wir uns auf sehr differenzierte Marken und Produkte im Bereich Schmerz und Frauengesundheit mit dem Ziel, einen Mehrwert für Patienten zu schaffen, Wachstum zu fördern und nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten.

Zweifelsohne werden wir unsere ambitionierten Zukunftsziele nur mit der richtigen Unternehmenskultur erreichen können. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr die Werte und Verhaltensweisen für unser Unternehmen neu durchdacht und angepasst. Sie lenken unseren Umgang miteinander und unsere Entscheidungsfindung. Unsere Ergebnisse für 2019 belegen, dass sich unsere Teams weltweit zu dieser Unternehmenskultur bekennen und sie in ihrer täglichen Arbeit leben.

Grünenthal befindet sich jetzt in einer starken Position in Bezug auf Umsatz und Gewinn. Das nutzen wir aus, indem wir unsere Nettoverschuldung schneller als geplant abbauen, Investitionen in die Zukunft maximieren und sogar mögliche Zukäufe sondieren.

Natürlich birgt der weitere Verlauf dieses Jahres ein hohes Maß an Ungewissheit – vor allem wegen des Ausbruchs von Covid-19. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass unsere ausgezeichneten Ergebnisse im Jahr 2019 eine solide Grundlage dafür sind, diese Herausforderung zu meistern und 2020 weitere Fortschritte zu erzielen.

Im Namen der Konzerngeschäftsführung lade ich Sie ein, 2020 aktiv dabei zu sein, wenn wir unserer Vision von einer Welt ohne Schmerzen für Patienten weltweit noch näher kommen.

Freundliche Grüße,

Gabriel Baertschi

¹ An der Australian Securities Exchange als MSB und am Nasdaq Global Select Market als MESO notiert.

Bild: Gabriel Baertschi, Chief Executive Officer

Gabriel Baertschi, CEO

Unternehmensprofil und
-strategie

Grünenthal ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Behandlung von Schmerzen und verwandten Erkrankungen. Mit Innovationen wollen wir das Leben von Patienten verbessern. Wir haben uns voll und ganz der Suche nach wirksamen, lebensverändernden Medikamenten und Lösungen für Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen und einem hohen ungedeckten medizinischen Bedarf verschrieben. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, unsere Vision von einer Welt ohne Schmerzen zu verwirklichen.

Als forschendes Pharmaunternehmen in Familienbesitz verfügen wir über langjährige Erfahrung in innovativer Schmerztherapie und der Entwicklung modernster Technologien für Patienten weltweit. Enge, langjährige Partnerschaften mit führenden Organisationen im Gesundheitswesen und mit bedeutenden Forschungseinrichtungen ermöglichen die Entwicklung neuer Produkte. Als Unternehmen mit vollständig integrierter Forschung und Entwicklung decken wir die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Arzneimittelentwicklung bis zur Vermarktung.

Grünenthal hat seine Konzernzentrale in Aachen und ist mit 29 Gesellschaften in Europa, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten vertreten. Unsere Produkte sind in mehr als 100 Ländern erhältlich. Im Jahr 2019 beschäftigte Grünenthal rund 4.700 Mitarbeiter1 und erzielte einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro.

1Stand: Ende Dezember 2019.

Zahlen, Daten Fakten

Unsere Strategie für den langfristigen Erfolg von Grünenthal

Wir agieren in einem rasanten, sich stets verändernden Marktumfeld. Hier behauptet sich Grünenthal schon seit vielen Jahren mit Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen und bindet seine Erkenntnisse in eine schlüssige Unternehmensstrategie ein. Unsere Strategie beschreibt, wie wir unsere Vision von einer Welt ohne Schmerzen umsetzen wollen. Die Grünenthal-Strategie basiert auf vier Säulen: Transformation, Innovation, Wachstum und Unternehmenskultur.

Unsere strategischen Prioritäten

Unsere strategischen Prioritäten

Diese vier Elemente sind eng miteinander verknüpft. Gemeinsam helfen sie uns dabei, unsere Stärken auszubauen und Herausforderungen wie ablaufende Patente für einige unserer Hauptumsatzträger, die Konkurrenz durch Generika, eine zunehmend schwieriger werdende Kostenerstattungssituation in vielen Märkten sowie pharmaspezifische Forschungs- und Entwicklungsrisiken zu überwinden.

Deshalb können wir auf nennenswerte Erfolge zurückblicken wie unser bisher bestes finanzielles Ergebnis im Jahr 2019 – mit einem Anstieg des bereinigten EBITDA um etwa 60 Prozent auf einen Gesamtbetrag von über 340 Millionen Euro

Wieder auf Wachstums- und Umsatzkurs

Wieder auf Wachstums- und Umsatzkurs

Wir konnten unseren Gewinn erheblich verbessern, neue Vertriebsmöglichkeiten erschließen, unser F&E-Portfolio priorisieren und neue Kompetenzen aufbauen. Wir agieren nun globaler, effizienter und haben eine noch effektivere Zusammenarbeit der verschiedenen Funktionen und Standorte erreicht. Wir können jetzt mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr nachhaltig einsparen. Dadurch eröffnen sich spannende neue Wachstumsmöglichkeiten – sowohl organisch als auch anorganisch.

Über unsere Finanzen hinaus können wir als Unternehmen ebenfalls stolz auf die unternehmerischen Maßnahmen sein, die wir in den vergangenen Jahren umgesetzt haben. Wir haben unser globales Team durch neue Mitarbeiter und Kompetenzen gestärkt und einige wichtige Übernahmen getätigt. Zugleich haben wir unser Produktportfolio transformiert, sodass die Hälfte unserer Einnahmen nun durch neue Produkte generiert wird. Unser Unternehmen durchläuft derzeit eine Transformation. Unser bisheriger Erfolg bestätigt unsere Strategie. Jetzt gilt es, an diesem Plan festzuhalten und uns weiterhin darauf zu konzentrieren, die Zukunft unseres Unternehmens nachhaltig zu sichern.

Unser Engagement für die Schmerzmedizin

Schmerzen sind eine enorme Belastung. Sie beeinträchtigen Patienten, ihre Familien, Freunde, ihr Pflegepersonal und die gesamte Gesellschaft. Schätzungen zufolge leidet rund jeder fünfte Mensch weltweit an chronischen Schmerzen1 – das entspricht etwa 1,4 Milliarden Menschen. Schmerzen sind einer der häufigsten Gründe dafür, dass Menschen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen2, und deshalb stellen sie auch eine enorme wirtschaftliche Belastung für die Gesundheitssysteme dar. Für viele Erkrankungen gibt es noch keine Behandlung, und selbst bei Indikationen, für die es eine Behandlungsoption gibt, ist die Wirkung oft unzureichend.3 Chronische Schmerzen sind einer der Hauptgründe dafür, dass Menschen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Zudem sind sie ein wesentlicher Faktor für Erwerbsunfähigkeit. Weltweit4 leben viele Menschen jeden Tag mit Schmerzen.

Angesichts der Prävalenz und der schwerwiegenden Beeinträchtigungen, die mit Schmerzen einhergehen, betrachtet Grünenthal sie nicht nur als Symptom, sondern als eigenständige Krankheit. Wir sind seit fast 50 Jahren ein weltweit führender Anbieter im Bereich der Schmerzforschung und -behandlung und wissen, dass die Patienten in diesem Bereich häufig immer noch deutlich unterversorgt sind. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, neue Lösungen zur Schmerzbehandlung zu entwickeln. Wir haben uns außerdem dazu verpflichtet, diesen Bereich zu transformieren. Durch unsere eigene Forschung und die Nutzung externer Innovationen, über Kooperationen und Netzwerke definieren und gestalten wir die Zukunft der Schmerzbehandlung neu.

„Wir lassen nichts unversucht, um den Menschen, die jeden Tag mit Schmerzen leben, zu helfen.“
Gabriel Baertschi, Chief Executive Officer

1Goldberg DS and McGee SJ. Pain as a global public health priority. BMC Public Health. 2011;11:770.2Gureje O et al. A cross-national study of the course of persistent pain in primary care. Pain. 2001;92:195–200.3Pain Alliance Europe. Survey on Chronic Pain 2017: Diagnosis, Treatment and Impact of Pain. Verfügbar unter: https://www.pae-eu.eu/wp-content/uploads/2017/12/PAE-Survey-on-Chronic-Pain-June-2017.pdf. Zugriff: April 2020.4Saastamoinen P et al. Pain and disability retirement: a prospective cohort study. Pain. 2012;153:526–531.

Warum Schmerz eine wichtige Rolle spielt

Warum Schmerz eine wichtige Rolle spielt

Societal Impact of Pain (SIP)

Societal Impact of Pain (SIP) ist eine internationale Plattform, die 2009 gemeinsam von der European Pain Federation (EFIC) und Grünenthal ins Leben gerufen wurde. Sie untersucht und thematisiert die Auswirkungen, die Schmerz auf unsere Gesellschaft sowie auf unser Gesundheits- und Wirtschaftssystem hat. Dies geschieht durch den Austausch entsprechender Informationen und bewährter Praktiken in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie durch die Entwicklung und Förderung europaweiter politischer Strategien und Aktivitäten für eine verbesserte Schmerzbehandlung. EFIC gibt den wissenschaftlichen Rahmen der SIP-Plattform vor. Zu den SIP-Kooperationspartnern gehören unter anderem die Pain Alliance Europe und das Active Citizenship Network.

www.sip-platform.eu

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Forschung und Entwicklung

Ein innovativer Vorreiter im Schmerzbereich

Im Jahr 2019 hat Grünenthal entscheidende Schritte in der Forschung und Entwicklung (F&E) eingeleitet, um seiner Vision einer Welt ohne Schmerzen näher zu kommen.

In einem umfassenden, alle Bereiche einbeziehenden Prozess haben wir unsere Forschungsstrategie neu ausgerichtet. Unsere F&E-Aktivitäten konzentrieren sich jetzt auf vier strategische Indikationsgebiete: periphere neuropathische Schmerzen, chronische postoperative Schmerzen, chronische Rückenschmerzen und Osteoarthritis. Bei all diesen Indikationen besteht nach wie vor ein erheblicher ungedeckter medizinischer Bedarf, den wir mit hochinnovativen Medikamenten decken wollen, die das Leben der Patienten entscheidend verbessern.

Wir haben nicht nur unsere Strategie im Therapiebereich neu ausgerichtet, sondern auch unsere Forschungs- und Entwicklungsorganisation und deren Betriebsmodell deutlich flexibler gestaltet und auf die vielschichtigen Anforderungen zugeschnitten, die wir bewältigen müssen. Besonderen Wert legen wir dabei auf die klinische Validierung – insbesondere die Humanvalidierung –, translationale Wissenschaften und ein umfassendes Krankheitsverständnis. Über unsere unternehmensinternen Kompetenzen im Bereich kleiner Moleküle (small molecules) hinaus nutzen wir Partnerschaften, um ein breites Spektrum von Modalitäten auszuschöpfen. Dazu gehören Biopharmazeutika und Peptide oder auch Zell- und Gentherapien. So können wir unsere Strategie mit einer lösungsorientierten Denkweise verfolgen.  

Zudem setzen wir weiterhin auf die Verbindung mit einem innovativen externen Ökosystem und öffnen uns noch weiter für die Zusammenarbeit mit Partnern auf der ganzen Welt. Es ist uns wichtig, strategische Partnerschaften mit führenden Institutionen und Wissenschaftlern einzugehen, um das Gebiet der Schmerzforschung entscheidend mitzugestalten. In diesem Sinne bieten wir interessierten Partnern unsere Expertise in der Forschung und Entwicklung im Bereich Schmerzmedizin sowie unser umfassendes Know-how an. Die kürzlich erfolgte Eröffnung unseres Innovation Hubs in Boston ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer noch stärkeren Annäherung an die globale Forschungs-Community.

„Als führendes Unternehmen in der Schmerzforschung konzentrieren wir uns auf hoch innovative Ansätze, um unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen näher zu kommen.“
Jan Adams, Chief Scientific Officer

Wir haben auch bedeutende Fortschritte bei der Weiterentwicklung und Stärkung unserer Pipeline gemacht, indem wir zwei Projekte aufgenommen haben, die ein großes Potenzial besitzen und in ihrer Entwicklung bereits weit fortgeschritten sind. Zum einen die mit Mesoblast aufgenommene Zusammenarbeit und zum anderen die Einreichung eines Antrags bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zur Erweiterung des Labels für Qutenza™. Mit diesen Maßnahmen konnten wir die Rückschläge ausgleichen, die wir durch die Einstellung unserer Neridronat- und Neosaxitoxin-Programme hinnehmen mussten. Auch bei unseren präklinischen Projekten verzeichnen wir gute Fortschritte.

Bild: Jan Adams, Chief Scientific Officer Grünenthal

Jan Adams, Chief Scientific Officer at Grünenthal

Externe Innovationen willkommen heißen

Innovation und Wertschöpfung finden heute dezentral und vernetzt statt – in Zusammenarbeit zwischen Pharmaunternehmen, Start-ups, Biotech-Firmen und dem universitären Bereich. Grünenthal kann auf eine starke Bilanz bei der Gründung erfolgreicher Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften verweisen. Als wichtiger Teil der strategischen Neuausrichtung von Grünenthal wollen wir durch die Implementierung von Innovation Hubs in globalen Forschungs-Hotspots die Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Community rund um den Globus noch enger gestalten. Als Konsequenz daraus haben wir 2019 unseren Innovation Hub in Boston eröffnet.

Innovation Hubs sind Exzellenzzentren für Schmerzforschung und eine offene Einladung an Wissenschaftler und Institutionen, die sich der Schmerzforschung verschrieben haben, sich mit uns zusammenzuschließen, um unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen gemeinsam näher zu kommen. Unsere Innovation Hubs bestehen aus Teams hochkarätiger Wissenschaftler und Mediziner, die Projekte auf den Weg bringen und vorantreiben. Obwohl unsere Innovation Hubs über die Möglichkeiten verfügen, Projekte – von der Target-Identifizierung bis zum klinischen Proof of Concept – eigenständig durchzuführen, arbeiten sie natürlich mit der Forschung und Entwicklung an unserem Hauptsitz in Aachen zusammen. So bieten wir allen Partnern den größtmöglichen Nutzen.

In Zukunft möchte Grünenthal das Potenzial seiner umfassenden F&E-Fähigkeiten – wie dem tiefgreifenden Verständnis der Pathophysiologie, den klinischen und technischen Entwicklungskapazitäten, der Arzneimittelzulassung und Vermarktung – in vielen weiteren erfolgsversprechenden F&E-Projekten mit Partnern aus der ganzen Welt noch stärker entfalten.  

„Wir wollen strategische F&E-Partnerschaften eingehen, um Fortschritte in der Schmerzforschung anzustoßen und Lösungen für den ungedeckten medizinischen Bedarf von Patienten zu finden.“
Gabriel Baertschi, Chief Executive Officer

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Die Pipeline stärken: Unsere Programme

Um unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen näher zu kommen, arbeiten wir derzeit an einer Reihe von Programmen mit unterschiedlichen Modalitäten, Zielstrukturen und Wirkmechanismen.

„In der Entwicklung hochwirksamer Schmerzbehandlungen verfolgen wir einen ganzheitlichen und lösungsorientierten Ansatz. Unsere Programme fußen auf einer soliden Humanvalidierung und unserem umfassenden Verständnis der Pathophysiologie.“
Gillian Burgess, Head of Research

Hier stellen wir einige ausgewählte Highlights aus unserer Entwicklungspipeline vor.

Nociceptin/orphanin FQ (N/OFQ) peptide receptor agonist (NOP)

Nozizeptin/Orphanin-FQ-(N/OFQ)-Peptid-Rezeptor-Agonist (NOP)

Obwohl bereits verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, spricht bei vielen Patienten mit neuropathischen Schmerzen die Behandlung nach wie vor nicht an, oder die Schmerzlinderung ist unzureichend. Mit unserem NOP-Programm wollen wir eine selektive orale Behandlungsoption zur Therapie chronischer peripherer neuropathischer Schmerzen entwickeln. Diese soll sich durch einen einzigartigen Wirkmechanismus auszeichnen. Dieses Programm fußt auf jahrelanger intensiver und bahnbrechender Forschungsarbeit bei Grünenthal auf dem Gebiet der NOP-Rezeptoren und schafft die Perspektive, eine transformative First-in-Class-Behandlung für Patienten zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2020 wollen wir den aussichtsreichsten Arzneimittelkandidaten in die klinische Entwicklung bringen.

Glucocorticoid receptor modulator (GRM)

Glukokortikoid-Rezeptor-Modulator (GRM)

Glukokortikoide wie Cortison sind als hochwirksame entzündungshemmende Medikamente bekannt. Sie sind jedoch mit verschiedenen erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die ihre Anwendung einschränken, insbesondere bei chronischen Indikationen. Mit unserem GRM-Programm wollen wir Arzneimittelkandidaten mit einer breiten entzündungshemmenden Wirkung entwickeln. Sie sollen als orale Behandlung verfügbar sein und deutlich weniger Nebenwirkungen aufweisen als Therapien auf der Basis von Glukokortikoiden. Unser Team hat sich zum Ziel gesetzt, den aussichtsreichsten Arzneimittelkandidaten 2020 in die klinische Entwicklung zu bringen.

MPC-06-ID (Mesoblast collaboration)

MPC-06-ID (Zusammenarbeit mit Mesoblast)

Mehr als 7 Millionen Patienten in Europa leiden an chronischen Rückenschmerzen, die durch degenerative Bandscheibenerkrankungen verursacht werden.1–4 Viele Patienten leiden selbst nach Ausschöpfung sämtlicher konservativer Behandlungsmöglichkeiten weiterhin unter erheblichen Schmerzen. In Zusammenarbeit mit Mesoblast entwickeln wir eine hochinnovative Therapie mit mesenchymalen Vorläuferzellen (MPC). Sie richtet sich an Patienten, die aufgrund einer degenerativen Bandscheibenerkrankung an chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich leiden und durch verfügbare Behandlungsmöglichkeiten keine wirksame Linderung erfahren haben. Im Jahr 2020 erwarten wir die ersten Ergebnisse einer laufenden Phase-III-Studie in den USA. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werden wir auf eine zweite europäische Phase-III-Studie hinarbeiten.

Qutenza™

Qutenza™

Qutenza™ ist ein Schmerzpflaster (Capsaicin 179 mg/8 %), das in Europa für die Behandlung peripherer neuropathischer Schmerzen und in den USA für die Behandlung neuropathischer Schmerzen im Zusammenhang mit postherpetischer Neuralgie zugelassen ist. Gegenwärtig prüft die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA unseren Antrag auf Erweiterung des Labels für Qutenza™ um die Behandlung von Schmerzen im Zusammenhang mit diabetischer peripherer Neuropathie. Die Entscheidung der FDA soll bis zum 19. Juli 2020 vorliegen. Wir erwägen auch zusätzliche Ansätze für das Lifecycle-Management, um die Vorteile von Qutenza™ noch stärker zu nutzen.

1 Andersson GB. Epidemiological features of chronic low-back pain. Lancet. 1999;354:581–585.2 Freburger JK et al. The rising prevalence of chronic low back pain. Arch Intern Med. 2009;169:251–258.3 Malanga GA et al. Epidemiology. In: Cole AJ & Herring SA, eds. The Low Back Pain Handbook: A Guide for the Practicing Clinician. 2nd ed. Philadelphia, Pa.: Hanley and Belfus, 2003:1-7.4 DePalma MJ et al. What is the source of chronic low back pain and does age play a role? Pain Med. 2011;12:224–233.

An der Spitze der Wissenschaft: unsere Partnerschaft mit Mesoblast zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen

Als ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Schmerzforschung sind wir fest entschlossen, das Leben der Patienten entscheidend zu verbessern. Um dies zu erreichen, konzentrieren wir uns auf innovative Ansätze und sind überzeugt, dass wir nur dann erfolgreich sein können, wenn wir mit anderen Innovationstreibern zusammenarbeiten, die unsere Vision einer Welt ohne Schmerzen teilen.

Aus diesem Grund freuen wir uns sehr über die strategische Partnerschaft, die wir 2019 mit Mesoblast eingegangen sind. Diese Kooperation ist ein wichtiger Meilenstein für Grünenthal, der den Einstieg in unser erstes Zelltherapieprogramm markiert. Sie sichert uns die exklusiven Vermarktungsrechte an MPC-06-ID in Europa und Lateinamerika.

„Durch unsere Partnerschaft mit Mesoblast wollen wir die erste allogene mesenchymale Stammzelltherapie für Patienten zur Verfügung stellen, die aufgrund einer degenerativen Bandscheibenerkrankung an chronischen Rückenschmerzen leiden. “
Jan Adams, Chief Scientific Officer

Mesoblast ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Zellmedizin. Gemeinsam wollen wir den Arzneimittelkandidaten MPC-06-ID entwickeln und vermarkten. Diese hochinnovative Zelltherapie ist bereits in der klinischen Entwicklung (laufende Phase-III-Studie). Sie bietet das Potenzial, die Behandlung chronischer Rückenschmerzen, die durch degenerative Bandscheibenerkrankungen hervorgerufen werden, entscheidend zu verbessern und richtet sich an Patienten, die die verfügbaren konservativen Behandlungsoptionen erfolglos ausgeschöpft haben. Diese Patientenpopulation leidet häufig unter besonders starken Schmerzen.

Schätzungen zufolge leiden allein in Europa mehr als 7 Millionen Menschen an einer degenerativen Bandscheibenerkrankung1–4 , die oft erhebliche Schmerzen verursacht und schließlich zum Funktionsverlust führen kann.5 Die meisten verfügbaren Therapien bieten nur eine begrenzte symptomatische Linderung. Infolgedessen leiden die Patienten in der Regel über Jahre hinweg, ohne etwas gegen ihre Schmerzen tun zu können.6

Phase-II-Daten für MPC-06-ID zeigten, dass eine einzige intradiskale Injektion unter Verwendung einer Einheitsdosis von 6 Millionen allogenen MPC mindestens zwei Jahre lang zu einer signifikanten Verminderung der Schmerzintensität und Verbesserung der Funktionalität bei den Patienten führte.7

Derzeit läuft eine erste Phase-III-Studie in den USA. Erste Ergebnisse sollen bis Mitte 2020 vorliegen. Gemeinsam mit Mesoblast bereiten wir eine zweite Phase-III-Studie für Europa vor, die wir 2021 beginnen wollen.

1 Andersson GB. Epidemiological features of chronic low-back pain. Lancet. 1999;354:581-585.2 Freburger JK et al. The rising prevalence of chronic low back pain. Arch Intern Med. 2009;169:251-258.
3 Malanga GA et al. Epidemiology. In: Cole AJ & Herring SA, eds. The Low Back Pain Handbook: A Guide for the Practicing Clinician. 2nd ed. Philadelphia, Pa.: Hanley and Belfus, 2003:1-7. 4 DePalma MJ et al. What is the source of chronic low back pain and does age play a role? Pain Med. 2011;12:224-233.
5 Rider SM et al. Molecular mechanisms of intervertebral disc degeneration. Spine Surg Relat Res. 2018;3:1–11. 6Interne Daten von Grünenthal.
7 Mesoblast. Trial Results: MPC-06-ID Phase 2 Chronic Low Back Pain Due to Disc Degeneration Clinical Trial. Verfügbar unter:
https://www.mesoblast.com/clinical-trial-results/mpc-06-id-phase-2. Zugriff: April 2020.

Erforschung der Rolle der Zelltherapie bei degenerativen Bandscheibenerkrankungen

Was ist eine degenerative Bandscheibenerkrankung (Degenerative Disc Disease, DDD)?

DDD ist eine häufige Erkrankung, bei der es aufgrund verschiedener Faktoren wie Alter, Trauma oder genetischer Veranlagung zu Entzündungen und Degenerationen der Bandscheiben kommt.1

Eine verminderte „Dämpfungsfunktion“ der Bandscheiben kann zur Instabilität der Wirbelsäule, mechanischer Belastung und knöchernen Veränderungen der Wirbelsäule führen, was schließlich zu erheblichen Schmerzen und Funktionsverlust führen kann.2

Was ist eine degenerative Bandscheibenerkrankung (Degenerative Disc Disease, DDD)?

In klinischen Studien wird untersucht, ob Therapien mit MPC bei Menschen mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich aufgrund von DDD zu signifikanten, dauerhaften Verbesserungen führen könnten.

More than 7 milSchätzungen zufolge leiden mehr als 7 Millionen Menschen in Europa an chronischen Rückenschmerzen, die durch DDD verursacht werden

Die meisten verfügbaren Therapien sind nicht auf die ursächlichen Mechanismen der Krankheit ausgerichtet und bieten nur eine begrenzte symptomatische Linderung.

Infolgedessen leiden Menschen mit DDD in relativ jungem Alter teilweise jahrelang, ohne etwas gegen ihre Schmerzen tun zu können.6

MPC haben das Potenzial, bei Patienten mit DDD über die symptomatische Behandlung hinaus signifikante dauerhafte Verbesserungen zu erzielen.

Was sind mesenchymale Vorläuferzellen?

MPC können sich zu den Gewebearten wie Knochen, Knorpel, Fett, Sehnen und Muskeln differenzieren.7

Was sind mesenchymale Vorläuferzellen

Wie könnten MPC bei der Behandlung von DDD eingesetzt werden?

Wie könnten MPC bei der Behandlung von DDD eingesetzt werden

Potenzieller Behandlungseffekt

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Injektion von MPC in eine beschädigte Bandscheibe drei biologische Reaktionen auslösen kann:

Potenzieller Behandlungseffekt

1 Freburger JK et al. The rising prevalence of chronic low back pain. Arch Intern Med. 2009;169:251–258.2 Rider SM et al. Molecular mechanisms of intervertebral disc degeneration. Spine Surg Relat Res. 2018;3:1–11.3 Andersson GB. Epidemiological features of chronic low-back pain. Lancet. 1999;354: 581–585.4 Malanga GA et al. Epidemiology. In: Cole AJ & Herring SA, eds. The Low Back Pain Handbook: A Guide for the Practicing Clinician. 2nd ed. Philadelphia, Pa.: Hanley and Belfus, 2003:1-7.
5 DePalma MJ et al. What is the source of chronic low back pain and does age play a role? Pain Med. 2011;12:224–233.
6Interne Daten von Grünenthal.7 National Institutes of Health (U.S. Department of Health and Human Services). Stem Cell Information: Stem Cell Basics IV. Verfügbar unter: https://stemcells.nih.gov/info/basics/4.htm. Zugriff April 2020.8Mesoblast. Trial Results: MPC-06-ID Phase 2 Chronic Low Back Pain Due to Disc Degeneration Clinical Trial. Verfügbar unter: https://www.mesoblast.com/clinical-trial-results/mpc-06-id-phase-2. Zugriff: April 2020.

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Menschen und Kultur

Gestaltung einer lebendigen und leistungsorientierten Unternehmenskultur

Unsere Mitarbeiter ermöglichen unseren Geschäftserfolg. Als Unternehmen agieren wir in einem sich kontinuierlich und schnell verändernden Marktumfeld. Daher hinterfragen wir unsere Arbeitsweisen immer wieder und betrachten Veränderungen als integralen Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Unsere Mitarbeiter stellen diese Agilität jeden Tag unter Beweis. Mit ihrem Ehrgeiz, ihrem Talent und ihrem Einsatz tragen unsere Teams dazu bei, unsere Position als innovatives Pharmaunternehmen zu stärken. Wir bieten unseren Mitarbeitern ein spannendes Arbeitsumfeld und vielfältige individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Wir möchten das große Engagement unserer Mitarbeiter weiterhin fördern und unser Unternehmen als Great Place to Work® stärken.

Wir fördern eine dynamische, leistungsorientierte Unternehmenskultur. Jeder Mitarbeiter verfolgt ambitionierte Ziele, die auf unsere Strategie einzahlen. Leistung wird im Rahmen unseres Performance & Development Management-Prozesses gemessen, der sowohl die Ergebnisse als auch die Art und Weise, wie diese erreicht wurden, berücksichtigt.

Außergewöhnliche Leistungen werden anerkannt und honoriert. Um herausragendes Engagement zu würdigen, haben wir den Grünenthal Global Excellence Award ins Leben gerufen, der 2019 zum ersten Mal verliehen wurde.

Ende Dezember 2019 waren bei Grünenthal weltweit rund 4.700 Personen beschäftigt.

„Geleitet von unseren Werten und Verhaltensweisen streben wir stets danach, unsere Grünenthal-Kultur weiter zu stärken. Wir gestalten ein Umfeld, in dem Mitarbeiter ihr Potenzial entfalten, zusammenarbeiten und Einfluss nehmen können - auf unseren gemeinsamen Erfolg, ihre eigene Entwicklung und die Umsetzung unserer Vision. Gemeinsam arbeiten wir an unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen.“
Leen Hofkens, Head Global HR

Wir investieren in Talente

Um unsere strategischen Prioritäten zu erreichen, arbeiten wir kontinuierlich daran, hochqualifizierte Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Talenten für uns zu gewinnen, zu entwickeln und an uns zu binden. Gemeinsam mit ihnen wollen wir unsere Vision umsetzen. Es ist unser Ziel, das Engagement unserer Mitarbeiter beständig zu fördern und unsere Werte und Verhaltensweisen zu leben – indem wir sie in unsere maßgeblichen Personalprozesse einbinden, sie als Leitlinie für unsere Entscheidungsfindung nutzen und sie langfristig in unserer Organisation verankern. Wir entwickeln Talente innerhalb unseres Unternehmens weiter. Gleichzeitig identifizieren und rekrutieren wir Nachwuchstalente von außerhalb, wenn sie unsere Werte teilen, zu unserer Unternehmenskultur passen und zur Umsetzung unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen beitragen wollen.

Wir ermutigen unsere Führungskräfte, Zeit darauf zu verwenden, ihre Mitarbeiter in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Im Jahr 2019 haben wir unseren Ansatz des Performance & Development Management gestärkt und verfügen nun über individuelle Entwicklungspläne für den Großteil unserer Mitarbeiter. Im Jahr 2020 werden wir uns darauf konzentrieren, die Effektivität unseres Ansatzes weiter zu verbessern. Dazu fördern wir regelmäßiges, handlungsorientiertes Feedback zur Leistung und unterstützen die Mitarbeiter gleichzeitig dabei, Eigenverantwortung für ihre Entwicklung zu übernehmen und ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Auf diese Weise werden wir die Fähigkeiten, die wir übergreifend in unserer Organisation benötigen, stärken und ausbauen – jetzt und in Zukunft.

Mitarbeiter je Funktion

Stärkung der Führungsfähigkeiten und weiterer Aufbau einer vielfältigen Mitarbeiterschaft

Um unsere strategischen Prioritäten zu erreichen, ist für uns auch die Förderung verschiedener Sichtweisen, Talente und Ideen sowie die Entwicklung
einer starken und vielseitigen Führungsmannschaft von zentraler Bedeutung. Zwischen 2016 und 2019 wurden knapp zwei Drittel unserer freien Stellen auf höherer Ebene intern besetzt. Mit Mitarbeitern aus 23 Nationen, die in 29 verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, und mit einem Frauenanteil von 33 Prozent in Führungspositionen2 spiegelt unsere Mitarbeiterschaft die unterschiedlichen Märkte und Gesellschaften wider, in denen wir tätig sind.

Einbindung unserer Mitarbeiter

Wir möchten sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter unsere Strategie verstehen und voll unterstützen. Wir bieten verschiedene unternehmensinterne Plattformen auf globaler und nationaler Ebene, über die sich Mitarbeiter weltweit informieren und in den Dialog mit der Konzerngeschäftsführung treten können können.

Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter sind uns wichtig. Wir bieten in allen Ländern, in denen wir tätig sind, entsprechende Zusatzleistungen an. So finden zum Beispiel regelmäßig „Gesundheitstage" in unserem Headquarter in Aachen mit einem großen Angebot an Aktivitäten zur Förderung der psychischen und körperlichen Gesundheit statt. Wir bieten auch Betreuungsplätze in einer betriebseigenen Kindertagesstätte an. Diese ist an unser Headquarter in Aachen angeschlossen und unterstützt berufstätige Eltern dabei, Beruf und Familie in Einklang zu bringen.

Wir nutzen Mitarbeiterbefragungen und Umfragen zu Führungsfeedback, um die Zufriedenheit und das Engagement unserer Mitarbeiter zu messen. Hierdurch erkennen wir Fortschritte in Bezug auf unser Ziel, ein hohes Maß an Engagement aufrechtzuerhalten und unser Unternehmen weiter als Great Place to Work® zu stärken. In diesem Zusammenhang haben wir 2019 ein neues 180-Grad-Feedback für Führungskräfte eingeführt. Die nächste Evaluierung als Great Place to Work® ist für 2020 geplant.

Grünenthal Highlights 2019

2 Status April 2020

180-Grad-Feedback für Führungskräfte

In unserer ersten 180-Grad-Befragung haben wir über 30 Prozent unserer Mitarbeiter eingebunden. Diese gaben ihr Feedback dazu, wie Führungskräfte die Leistung und Entwicklung des Teams steuern. Aus über 90 Prozent aller Rückmeldungen geht hervor, dass die Prioritäten klar sind und dass Mitarbeiter verstehen, wie diese mit den Zielen der einzelnen Bereiche und unserer globalen Strategie zusammenhängen.

Die überwiegende Mehrheit der Vorgesetzten erhielt ebenfalls positives Feedback zu der Art und Weise, wie sie die Fokussierung des Teams sicherstellen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit fördern. 86 Prozent aller Rückmeldungen zeigten, dass Mitarbeiter ihren Vorgesetzten an andere Kollegen weiterempfehlen würden. Regelmäßiges, handlungsorientiertes Feedback und eine Reduktion des Mikromanagements sind dabei für einige unserer Führungskräfte Bereiche, in denen noch Verbesserungspotenzial besteht. Im Jahr 2020 werden wir dieses Befragungsinstrument einer noch größeren Gruppe von Führungskräften in allen Funktionen und Regionen anbieten.

180-Grad-Feedback für Führungskräfte

Ein außergewöhnlicher Ort zum Arbeiten

Bei Grünenthal legen wir großen Wert darauf, unsere Mitarbeiter auf jede erdenkliche Weise zu Innovationen zu ermutigen – sei es beim Ausbau unserer Pipeline durch die Fokussierung auf unsere strategischen Indikationen und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, durch Infragestellen des Status quo, durch die Verbesserung unserer Prozesse oder die Umsetzung neuer Ideen zur Leistungssteigerung entlang der Wertschöpfungskette.

Unsere Mitarbeiter bündeln ihre Kräfte über Teams, Unternehmensbereiche und internationale Standorte hinweg. Sie arbeiten hart, fordern und unterstützen sich gegenseitig und suchen aktiv nach Lernmöglichkeiten, wobei sie bei allem, was sie tun, hohe Integrität zeigen.

Jeder Mitarbeiter ist dazu befähigt, zu unseren Ergebnissen und zum Wohl der Patienten beizutragen.

Join forces
Make an impact
Innovate for a world free of pain

Unsere Unternehmenskultur

Unsere Unternehmenskultur ist eine der strategischen Säulen, auf die wir unsere Vision einer Welt ohne Schmerzen aufbauen. Fünf Werte, die durch spezifische Verhaltensweisen gestützt werden, leiten unsere Entscheidungsfindung und sind eine verbindliche Richtschnur für unser Verhalten – als Individuen und als Organisation. Indem wir diese Werte täglich leben, schaffen wir unsere einzigartige Unternehmenskultur: „We are Grünenthal“.

Bild: Leen Hofkens, Head Global HR Grünenthal

Leen Hofkens, Head Global HR at Grünenthal
We are Grünenthal Werte und Verhaltensweisen

Märkte und Produkte

Unsere Reichweite vergrößern

Wir wachsen kontinuierlich und bauen unsere Marktpräsenz und unser Produktportfolio stetig aus. Dabei setzen wir auf Vertriebspartnerschaften und die Kooperation mit zahlreichen Interessengruppen im Bereich Schmerz und darüber hinaus, um Patienten den Zugang zu unseren Medikamenten zu ermöglichen.

Grünenthals Außendienst umfasst aktuell rund 1.400 Mitarbeiter in Europa, Lateinamerika und den USA. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzentrieren sich auf Schmerz und etablierte Marken, wobei sich unsere Teams in Lateinamerika zusätzlich auch anderen Therapiegebieten widmen wie zum Beispiel der Frauengesundheit. 2019 haben unsere Außendienstmitarbeiter fast 300.000 Stakeholder besucht, darunter Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte und Verwaltungspersonal im Gesundheitssystem.

Darüber hinaus haben wir ein starkes Vertriebsnetzwerk mit Partnern in Ländern aufgebaut, in denen wir über keine eigene Vertriebsorganisation verfügen.

„Im Jahr 2019 verzeichneten wir ein verstärktes Wachstum und eine Erweiterung unserer Marktpräsenz sowie unseres Produktportfolios. Für die Zukunft planen wir, die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern und Interessengruppen auf dem Gebiet der Schmerzbehandlung und damit zusammenhängender Therapien fortzusetzen, um sicherzustellen, dass unsere Medikamente die Patienten erreichen, die mit Schmerzen leben.“
Mark Fladrich, Chief Commercial Officer

Im Jahr 2019 haben wir weitere wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Umsetzung unserer Strategie im Bereich Schmerzen erreicht. Viele Schmerzpatienten haben nach wie vor einen ungedeckten Therapiebedarf, während sich medizinisches Fachpersonal neue Wege der Schmerzlinderung für seine Patienten wünscht.

Grünenthal ist stolz auf ein Produktportfolio, das dazu beitragen soll, den Schmerzkreislauf zu durchbrechen, in dem Patienten und ihre Ärzte unablässig daran arbeiten, die richtige Dosis, die richtige Kombination von Behandlungen und den richtigen Zeitpunkt für die Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten zu finden.

Im vergangenen Jahr erreichten wir die Zahl von weltweit mehr als 10 Millionen Patienten, die seit Markteinführung mit PalexiaTM (Tapentadol) behandelt werden konnten. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie das Produktportfolio von Grünenthal das Leben von Patienten weltweit entscheidend verbessert.

Darüber hinaus haben wir 2019 unser Engagement erweitert, QutenzaTM (Capsaicin 179 mg/8 %) Patienten zur Verfügung zu stellen, die an peripheren neuropathischen Schmerzen leiden, einschließlich postoperativer neuropathischer Schmerzen, schmerzhafter Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie und postherpetischer Neuralgie (und in den USA wird das Produkt derzeit von der FDA hinsichtlich der Zulassung für schmerzhafte diabetische periphere Neuropathie geprüft). Die Zahl der Patienten, deren Schmerzen erfolgreich mit QutenzaTM behandelt werden, nimmt in Europa weiter zu, und wir freuen uns, die Erweiterung des Einsatzes von QutenzaTM in den USA unterstützen zu können.

In den USA haben wir ein neues, wissenschaftlich qualifiziertes Außendienstteam eingerichtet, um QutenzaTM für die Behandlung der postherpetischen Neuralgie, einer schmerzhaften Erkrankung, die die Nervenfasern und die Haut als Komplikation einer Gürtelrose beeinträchtigt, neu auf den Markt zu bringen. Dies ist die bisher von der FDA zugelassene Indikation für QutenzaTM. Das Averitas-Team erprobt derzeit ein neues Programm zur Unterstützung der Markteinführung von QutenzaTM und soll die Grundlage für die Erweiterung bilden.

In anderen Teilen der Welt haben wir Partnerschaftsvereinbarungen für den Vertrieb von NexiumTM (Esomeprazol) und VimovoTM (Naproxen/Esomeprazol) getroffen. Diese Vereinbarungen sind Teil unserer Strategie, die gewährleisten soll, dass diese Medikamente zu den richtigen Patienten gelangen, indem wir eng mit starken Partnern in Ländern zusammenarbeiten, in denen Grünenthal derzeit über keine eigene Vertriebsorganisation verfügt.

Und Anfang August 2019 haben wir VersatisTM (Lidocain) erfolgreich in Mexiko auf den Markt gebracht – als erstes Produkt überhaupt, das dort ausschließlich zur Linderung lokal begrenzter neuropathischer Schmerzen zugelassen ist. Von dieser Erkrankung sind fast 7 Millionen mexikanische Patienten betroffen, die zuvor keinen Zugang zu einer wirksamen Behandlung hatten.1

1Grünenthal Mexico. Epidemiologische Untersuchung. Interne Daten.

Bild: Mark Fladrich, Chief Commercial Officer Grünenthal

Mark Fladrich, Chief Commercial Officer at Grünenthal
Marktpräsenz – die Welt von Grünenthal

Eingliederung von NexiumTM
und VimovoTM

Ende 2018 schlossen wir den größten Deal in der Geschichte unseres Unternehmens ab – den Erwerb der europäischen Rechte an Nexium™ und der globalen Rechte an Vimovo™ (mit Ausnahme der USA und Japan). Dies war der Beginn einer kritischen Phase des Übergangs und der Integration.

Unser Integration Management Office koordiniert den gesamten Prozess mit großer Sorgfalt. Es ist verantwortlich für die Steuerung aller Aspekte der Integration, einschließlich kommerzieller, betrieblicher und regulatorischer Erwägungen.

Die betriebliche Integration von NexiumTM und VimovoTM wird entscheidend dazu beitragen, dass Grünenthal den Wert dieser historischen Investition voll ausschöpft. Unsere Integrationsteams sorgen dafür, dass die Bereitstellung und der Vertrieb dieser Produkte über alle Tochtergesellschaften, Auftragsfertiger und Partnerunternehmen hinweg weltweit zum Erfolg wird.

Im Jahr 2019 haben wir weitere bedeutende Meilensteine im Integrationsprozess erreicht. Im Oktober haben unsere Kollegen in Brasilien als erstes Länderteam die Marktzulassung für VimovoTM erfolgreich von AstraZeneca auf Grünenthal übertragen. Neben diesem wichtigen Erfolg haben wir im Jahr 2019 europaweit neun Übertragungsanträge für die Marktzulassung von NexiumTM eingereicht.

Mit diesen wichtigen Schritten haben wir den Übergang vorbereitet, der hauptsächlich 2020 erfolgen soll. Mehr als 50 Mitarbeiter aus dem gesamten Unternehmen haben daran mitgewirkt, die Integration von VimovoTM und
NexiumTM im Jahr 2019 zu unterstützen. Auch weiterhin wird dieses Team seine Kräfte funktionsübergreifend bündeln, um die historische Investition zu einem echten Erfolg für Grünenthal zu machen.

In diesem Sinne werden wir weiter in das Integrationsprojekt investieren, indem wir neue Talente einstellen, neue Produktionsanlagen installieren und die Produktionsvolumina erhöhen.

Wir arbeiten daran, mehr Patienten in den USA zu erreichen

Marv Kelly, General Manager von Grünenthal US, gibt Einblicke in die anspruchsvollen Pläne des Unternehmens in den USA – dem größten Pharmamarkt der Welt.

„Ich möchte, dass unser Unternehmen das Leben möglichst vieler Schmerzpatienten verbessert, indem wir unser globales Wissen nutzen und potenzielle neue Therapiegebiete erforschen.“
Marv Kelly, General Manager US

Wie lässt sich Grünenthals jüngst etablierte Präsenz in den USA zusammenfassen?

Unsere ehrgeizigen Pläne unterscheiden sich grundlegend von dem Ansatz, den andere Unternehmen bei der Ansiedlung in den USA verfolgt haben. Wir streben ein langfristiges Wachstum auf diesem Markt an, indem wir Innovationen anbieten, die das Leben der Patienten verändern – und wir wollen dies durch Investitionen in drei Bereichen erreichen:

  1. Produkt: Aufbau eines eigenen pharmazeutischen Ablegers mit dem Namen Averitas Pharma zur Optimierung der geschäftlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit unserer Marke QutenzaTM.
  2. Plattform: Entwicklung einer digitalen Gesundheitsplattform namens Fern Health im Rahmen unseres zukunftsweisenden Ansatzes zur Schmerzbehandlung.
  3. Pipeline: Gründung von Grünenthal Therapeutics, einem Innovation Hub in Boston, Massachusetts, um durch Partnerschaften und Kooperationen innovative Medikamente für Schmerzpatienten anbieten zu können.

Wie sind die aktuellen Marktbedingungen in den USA?

56 Prozent der weltweiten Patienten mit der Diagnose neuropathische Schmerzen leben in den USA1, und es wird erwartet, dass die Zahl der Menschen, bei denen diese Erkrankung diagnostiziert wird, zwischen 2019 und 2030 um 30 Prozent steigen wird2. Aus diesem Grund gibt es für Grünenthal beträchtliches Potenzial, neue Therapien anzubieten, die einen hohen ungedeckten medizinischen Bedarf für Menschen mit neuropathischen Schmerzen in diesem Markt decken.

Wodurch unterscheidet sich Grünenthal von anderen Anbietern?

Grünenthal verfügt über ein starkes Portfolio an lebensverändernden Behandlungen für Schmerzpatienten. Das kutane Schmerzpflaster QutenzaTM (8 % Capsaicin) ist dafür nur ein Beispiel. Grünenthal ist weltweit der alleinige Inhaber der Vertriebsrechte für diese Behandlungsform. Eine einzige lokale topische Behandlung mit QutenzaTM kann eine bis zu dreimonatige Schmerzlinderung bei Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose (PHN) bewirken, und die einstündige Behandlung kann alle 90 Tage wiederholt werden.

Das Produkt ist derzeit in den USA für neuropathische Schmerzen im Zusammenhang mit PHN zugelassen. Wir haben jedoch im Jahr 2019 einen ergänzenden Antrag für das Medikament bei der US-amerikanischen FDA eingereicht, um die Zulassung von QutenzaTM auf die Behandlung neuropathischer Schmerzen im Zusammenhang mit diabetischer peripherer Neuropathie zu erweitern. Die FDA hat den Antrag zur Prüfung angenommen, und die endgültige Entscheidung wird bis zum 19. Juli 2020 im Rahmen des Prescription Drug User Fee Act gefällt. Bei Erfolg wird dies ein entscheidender Moment in unserem langfristigen strategischen Plan sein, das Label
für QutenzaTM in den USA zu erweitern, um Patienten mit einem breiteren Spektrum neuropathischer Schmerzerkrankungen die dringend benötigte Linderung zu verschaffen.

Und welche Leistungen zeichnen Grünenthal in den USA aus?

Fern Health ist ein großartiges Beispiel für unseren zukunftsgerichteten, patientenorientierten Ansatz. Es handelt sich um eine digitale Concierge-Plattform mit personalisierten Pflegeprogrammen für Patienten mit Muskel-Skelett-Schmerzen. Mit ihrem modernen Format zielt sie darauf ab, die Behandlungsergebnisse für Patienten mit dieser Erkrankung zu verbessern und gleichzeitig die damit verbundenen Kosten für das Gesundheitssystem zu senken. Die mobile App wurde im Juni 2019 eingeführt.

Fern Health ist einzigartig, weil es digitale Technologie mit einer menschlichen Komponente verbindet. Zu Anfang besprechen die Patienten ihre Erkrankung mit einem der Betreuungskoordinatoren von Fern, die ihnen als vertrauenswürdige Berater dabei helfen, sich im Angebot der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten zurechtzufinden und die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Im nächsten Schritt erstellt die Plattform auf der Grundlage veröffentlichter klinischer Nachweise einen persönlichen Behandlungsplan, der auf den spezifischen Lebensstil und die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten ist. Wichtig dabei ist, dass die Pläne lösungsorientiert sind und alle verfügbaren Optionen nutzen – von der Akupunktur oder Physiotherapie über die pharmakologische Therapie bis hin zur Operation.

Welche Rolle spielt der neue Innovation Hub in Boston?

Der Innovation Hub in Boston, Massachusetts, strebt Partnerschaften an, die eine Pipeline von Therapien – von der Arzneimittelforschung bis zum Wirksamkeitsnachweis – bereitstellen sollen. Der unter dem Namen Grünenthal Therapeutics bekannte Standort rundet die Präsenz von Grünenthal in den USA ab als Standort für wissenschaftliche Kooperation, an dem unsere Teams mit weltweit führenden Forschern, Universitäten und Unternehmen zusammenarbeiten können.

Er ist ein wichtiger Aspekt von Grünenthals Investition in die Zukunft und zielt darauf ab, innovative Methoden wie Zell- und Gentherapie zu identifizieren, die zum Aufbau einer Pipeline von hochkarätigen Schmerzbehandlungen führen und so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Behandlungsstandards für Patienten leisten können.

Grünenthal Boston Innovation Hub

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Grünenthal in den USA?

Ich möchte, dass unser Unternehmen das Leben möglichst vieler Schmerzpatienten verbessert, indem wir unser globales Wissen nutzen und potenzielle neue Therapiegebiete erforschen. Wir haben ein einzigartig vielseitiges Team, das bereichsübergreifend auf Ergebnisse zum Wohl von Menschen hinarbeitet, die täglich mit Schmerzen leben.

Unsere Kollegen im Geschäftsmodell Averitas können neue Produkte auf dem Markt verfügbar machen, während uns das Team an unserem Bostoner Innovation Hub uns helfen wird, den Bedarf von Patienten und medizinischen Fachkräften nachzuvollziehen, indem es mit Vordenkern aus der Wissenschaft zusammenarbeitet. Die Erkenntnisse von Fern Health können genutzt werden, um all unsere Aktivitäten – innerhalb von Averitas und an unserem Innovation Hub – zu verbessern.

Kurzum ermöglicht uns diese vernetzte Aufstellung, beruhend auf unseren drei Kernelementen, den Patienten umfassende und lebensverändernde Medikamente zur Schmerzbehandlung zur Verfügung zu stellen. Es gibt einiges, worauf sich die Patienten in den USA freuen dürfen. Und diese Vorfreude teilen wir.

1Sparrow A et al. Neuropathic Pain | Landscape & Forecast | Disease Landscape & Forecast. Decision Resource Group. 2019. 2Grünenthal United States Holding Data. Interne Daten.

Bild: Marv Kelly, General Manager US

Marv Kelly, General Manager US at Grünenthal United States Holding
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Initiativen und Fördermittel

Grünenthal hat eine Reihe von Initiativen ins Leben gerufen und Fördermittel bereitgestellt, um Ärzte und Patienten bei der Behandlung von Schmerzen zu unterstützen.

Change Pain

Change Pain wird von der European Pain Federation (EFIC) und Grünenthal unterstützt. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für den ungedeckten Bedarf bei der Schmerzbehandlung zu schärfen und die Aufklärung über Schmerzen zu unterstützen, um den Patienten-Outcome zu verbessern. Seit Einführung der Initiative in 12 europäischen Ländern im Jahr 2009 wurden zahlreiche Instrumente entwickelt, um Schmerzen besser diagnostizieren zu können. Mehr als 65.000 medizinische Fachkräfte nahmen an webbasierten Lernmodulen oder Präsenz-Workshops in ganz Europa teil.

In den Jahren 2018 und 2019 organisierten wir jeweils ein Meeting des CHANGE PAIN-Lenkungsausschusses. Dies brachte Vertreter der Latin American Federation of Associations for the Study of Pain (FEDELAT), der EFIC, der International Association for the Study of Pain (IASP), der European Federation of National Associations of Orthopaedics and Traumatology (EFORT) und weitere wichtige internationale Experten auf dem Gebiet des akuten und chronischen Schmerzes zusammen mit dem Ziel, konkrete Wege aufzuzeigen, um mit Hilfe der CHANGE PAIN-Initiative die Lebensqualität von Patienten zu verbessern sowie künftige Kooperationen im Hinblick auf den ungedeckten Bedarf der Patienten zu diskutieren.

Im Oktober 2019 nahmen mehr als 100 Delegierte an einer Change Pain Masterclass teil. Die Masterclass wurde gleichzeitig auch live übertragen, und die Online-Teilnahme übertraf mit über 500 Teilnehmern unsere Erwartungen deutlich. Die Change Pain Masterclass, die erste Veranstaltung dieser Art für Grünenthal, bestand aus drei Hauptvorträgen, 12 Plenarsitzungen und 21 Workshops.

Im November 2019 fand in Mexiko eine Change Pain Masterclass für Lateinamerika statt, die auf dem Lehrplan, den Präsentationen und Materialien der Change Pain Masterclass basierte. „Meeting in a Box“-Inhalte, die auf der ursprünglichen Change Pain Masterclass basieren, werden es den Länderorganisationen von Grünenthal ermöglichen, im Jahr 2020 und darüber hinaus eigene Bildungsveranstaltungen zu organisieren, um das Bewusstsein für den ungedeckten Bedarf im Bereich der Schmerzbehandlung zu schärfen.

www.change-pain.com

My pain feels like…

Vielen Patienten fällt es schwer, ihre Schmerzen so zu beschreiben, dass Ärzte die Art der Schmerzen identifizieren und die Auswirkungen auf den Alltag optimal erfassen können. Als Konsequenz müssen Patienten häufig eine langwierige Behandlung nach dem Trial-and-Error-Prinzip über sich ergehen lassen, die Monate oder sogar Jahre dauern kann.

Das primäre Ziel von „My pain feels like...“ („Meine Schmerzen fühlen sich an wie...“) ist, die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf Nervenschmerzen (beziehungsweise neuropathischen Schmerzen), unter denen weltweit Millionen Menschen leiden. Ein Teil der Initiative ist der Mein-Schmerz-Fragebogen, der Patienten dabei hilft, ihre Schmerzsymptome genauer zu beschreiben und sich auf Arzttermine vorzubereiten. Ein weiterer Bestandteil ist die sogenannte Schmerzbox, ein psychophysisches Experiment, mit dessen Hilfe Teilnehmer Symptome von lokalisierten neuropathischen Schmerzen nachvollziehen können. Die Schmerzbox wurde in der Montescano Pain School in Italien entwickelt, um Ärzten zu zeigen, wie sich lokalisierte neuropathische Schmerzen anfühlen. Damit können sie sich besser in ihre Patienten einfühlen.

www.mypainfeelslike.com

EFIC-Grünenthal Grant

Dieser alle zwei Jahre von Grünenthal und der European Pain Federation (EFIC) verliehene Förderpreis ist mit insgesamt 200.000 € dotiert. Die
Fördermittel dienen der Unterstützung junger Wissenschaftler aus EFIC-Mitgliedsländern bei innovativen klinischen Projekten zur Schmerzforschung.

Die individuellen Fördermittel betragen bis zu 40.000 € pro Projekt über eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Sie sind für die experimentelle klinische Schmerzforschung und für innovative Bildungsinitiativen zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung von Schmerzen bestimmt. Die Entscheidung über die Vergabe von Fördermitteln wird unabhängig von Grünenthal von einer Arbeitsgruppe für Fördermittel und Preise für die EFIC getroffen.

2018 gingen 59 Anträge aus 16 Ländern für den EFIC-Grünenthal Grant ein – mit vielversprechenden Gewinnerprojekten, von denen Schmerzpatienten langfristig profitieren. Die Gewinner wurden im Mai 2019 verkündet.

www.e-g-g.info

Brain, Mind and Pain (BMP) Grant

Der patientenzentrierte „Brain, Mind and Pain“-Förderpreis wurde 2017 von der Pain Alliance Europe ins Leben gerufen und wird von Grünenthal unterstützt. Mit diesem Preis werden patientenorientierte Innovationen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Schmerzpatienten gefördert.

Die zweite Ausgabe des BMP Grant 2019-2020 steht unter dem Motto „STOPP Stigma! Stigmatisierung abbauen, um die Lebensqualität von „Brain, Mind and Pain“-Patienten zu verbessern“. Die Frist zur Einreichung von Vorschlägen lief am 31. Dezember 2019 ab.

Die Projekte werden von einer unabhängigen Jury bewertet, und die Bekanntgabe der Gewinner erfolgte am 24. Juni 2020. Weitere Informationen unter:

www.pae-eu.eu

Globale Produkte

Globale Produkte
Palexia™, Nucynta™ (US)
Qutenza™
Vimovo™
Versatis™
Zomig™, AscoTop™
Nexium™
Tramal™
Zaldiar™
Transtec™
Intac™

1 Stand: April 2020. Beachten Sie bitte, dass die Indikationen und Formulierungen je nach Land unterschiedlich sein können. Konsultieren Sie bitte die entsprechenden lokalen Arzneimittelinformationen oder die Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SmPC). 2 Einschließlich der Einnahmen aus Lizenzen.

Top growth products
Grünenthal statement on the responsible use of opioids

Produktion und Global Operations

Effiziente Produktion und Exzellenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Unser Geschäftsbereich Global Operations (GO) ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung unserer ehrgeizigen Wachstumsziele. Er schafft Mehrwert durch die Anwendung von Lean-Grundsätzen und kontinuierliche Optimierungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Einkauf der Rohmaterialien bis hin zum Logistik-Netzwerk für die weltweite Patientenversorgung. Unser globales GO-Team unterstützt das Wachstum unseres Unternehmens, indem es Kosten minimiert, die Effizienz steigert und höchste Qualitätsstandards gewährleistet.

„Unser Global Operations Team spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der anspruchsvollen Wachstumspläne von Grünenthal. Zudem sorgt es dafür, dass sich Patienten auf der ganzen Welt voll und ganz auf unsere lebensverändernden Medikamente verlassen können.“
Victor Barbosa, Head Global Operations

Grünenthal betreibt fünf spezialisierte Produktionsstätten in Deutschland, der Schweiz, Italien, Ecuador und Chile. An diesen Standorten werden unsere Produkte hergestellt und Aufträge externer Kunden bedient, auf die rund 50 Prozent unserer gesamten Produktionskapazität entfällt. Unsere Mitarbeiter setzen sich mit ganzer Kraft für die Zufriedenheit unserer internen und externen Kunden ein. Außerdem sorgen sie dafür, dass sich Patienten auf der ganzen Welt auf unsere führenden Produkte, die zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen, verlassen können.

Schutz der Patienten vor Medikamentenfälschungen

Seit Februar 2019 arbeiten wir gemäß den Anforderungen der neuen EU-Richtlinie gegen Arzneimittelfälschung. Sie soll die Patienten schützen, indem sie verhindert, dass gefälschte Arzneimittel von Apotheken ausgegeben werden. Die Veränderungen im Zusammenhang mit der Richtlinie gegen Arzneimittelfälschung werden weithin als eine der größten Transformationen in der Geschichte unserer Branche angesehen. Grünenthal gehört zu den ersten 20 Unternehmen, die eine Zertifizierung im Rahmen dieser neuen Gesetzgebung erhalten haben – ein deutlicher Beleg unseres Engagements für die Sicherheit unserer Patienten.

Wir setzen nun unseren FMD-konformen Ansatz an unseren Standorten weltweit um, um Menschen rund um den Globus vor gefälschten pharmazeutischen Produkten zu schützen. Einige Beispiele für unsere Erfolge:

  • Wir haben mehr als 63 Millionen Seriennummern verarbeitet.
  • Über unseren EU-Standort haben wir 31 europäische Länder sowie 11 Kunden aus unserem Lohnherstellungsgeschäft und 14 Lieferanten erfolgreich verbunden.
  • Mehrere Apotheken berichten, dass unsere Bestrebungen erfolgreich waren. Wir arbeiten gemeinsam mit Behörden und Systemanbietern weiter daran, die Serialisierung noch stärker zu verbessern. Durch einen gut implementierten Überwachungsprozess konnten wir sicherstellen, dass bis zu 90 Prozent aller technischen und prozessbedingten Fehler von Februar 2019 bis heute reduziert werden konnten.

Wir bereiten uns jetzt auf die sich ändernden Anforderungen außerhalb der EU vor. Die Ansätze auf der ganzen Welt sind nicht immer mit der europäischen Richtlinie gegen Arzneimittelfälschung vergleichbar. Beispielsweise verlangen einige Länder eine End-to-End-Verifizierung, bei der die Waren nicht zwischen dem Marktzulassungsinhaber und der Apotheke verfolgt werden, während andere einen Track-and-Trace-Ansatz verfolgen, bei dem jede Bewegung gemeldet wird. Wir bereiten derzeit eine Lösung für Russland und die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie für Brasilien vor. Unser US-Geschäftsbereich arbeitet in vollständiger Übereinstimmung mit den regulatorischen Anforderungen der FDA für Serialisierung, Track-and-Trance.

Ausbau unseres Lohnherstellungsgeschäfts

Unser Lohnherstellungsgeschäft, Grünenthal PRO, bot im Jahr 2019 Dienstleistungen für 45 Kunden im Bereich pharmazeutischer Wirkstoffe (API) und 25 Kunden im Bereich Fertigprodukte an. Die Standorte von Grünenthal, die an diesem Geschäft beteiligt sind, arbeiten voll integriert von der Wirkstoffproduktion bis hin zu Fertigprodukten. Sie bieten ein starkes Dienstleistungsportfolio einschließlich kontrollierter Arzneimittelhandhabung, regulatorischer Dienstleistungen, Gestaltung von Produktionsprozessen, Export in 100 Länder weltweit und Spezialtechnologien für zum Beispiel Hormone, Schmelzextrusion oder Verpackungen für biopharmazeutische Produkte. Über unsere gesamte Lieferkette hinweg arbeiten wir täglich daran, dass unsere Kunden in jeder Hinsicht zufrieden sind.

Wir haben Vorkehrungen getroffen, um das Lohnherstellungsgeschäft von Grünenthal im Jahr 2019 weiter auszubauen. Sie beinhalten Folgendes:

  • Unser Standort in Quito, Ecuador, erreichte zum vierten Mal eine erneute Zertifizierung nach den europäischen Standards für gute Herstellungspraxis (GMP). Die Zertifizierung umfasst feste, halbfeste und flüssige Stoffe. Sie verschafft uns ein Alleinstellungsmerkmal, da wir in jedes Land Lateinamerikas exportieren und entsprechend den jeweiligen Qualitätserwartungen auch in europäische Länder liefern können.
  • Unser Standort in der Nähe von Mailand, Italien, ist – nach unserem Standort in der Schweiz – der zweite im globalen Produktionsnetzwerk von Grünenthal, der erfolgreich von der US-amerikanischen FDA inspiziert wurde. Die Inspektion konzentrierte sich auf die biopharmazeutischen Montage- und Verpackungsvorgänge.
  • Grünenthals Produktionsstandort für Hormone in Santiago, Chile, ist von der Agência Nacional de Vigilância Sanitária (ANVISA), der brasilianischen Gesundheitsaufsichtsbehörde, zertifiziert. Das ist ein bedeutender Meilenstein bei der Umsetzung unserer ehrgeizigen Pläne für Lateinamerika. Der Standort fungiert als Grünenthals Exzellenzzentrum für die Herstellung von Frauengesundheitsprodukten und Verhütungsmitteln einschließlich Pillen und Gels.

Investitionen in Lateinamerika zur Konsolidierung von erstklassigen Geschäftstätigkeiten in der Region

Im Jahr 2019 gab Grünenthals Beirat grünes Licht für eine Investition von mehr als 100 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren in ein Programm, das darauf abzielt, an unserem Produktionsstandort für feste Stoffe in Santiago, Chile, eine erstklassige Infrastruktur und Prozesstechnologie zu gewährleisten.

Gleichzeitig haben wir unsere Strategie bekräftigt, unseren Standort in Quito, Ecuador, als regionales Produktions- und Vertriebszentrum für flüssige und halbfeste Stoffe zu etablieren. Wir haben damit begonnen, alle flüssigen und halbfesten Darreichungsformen von unserem Standort in Santiago nach Quito zu verlagern. Wir investieren auch maßgeblich in die Widerstandsfähigkeit unserer Produkte, um die Versorgung der Patienten in einem ständig wachsenden und anspruchsvollen regulatorischen Umfeld sicherzustellen.

In den nächsten Jahren wollen wir die starke Position von Grünenthal in Lateinamerika langfristig sichern. Dazu bringen wir unsere Produktionsbetriebe auf Weltklasseniveau, verbessern unsere Fähigkeit, neue attraktive Märkte in Ländern wie Brasilien und Mexiko zu erschließen und bauen unser Lohnfertigungsgeschäft aus.

Diese Maßnahmen verdeutlichen unser starkes Engagement für einen einheitlichen Ansatz an allen unseren Standorten weltweit in Bezug auf Produktqualität, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Produktentwicklungsstandards.

Stammdaten-Management

Unser Stammdaten-Management-Projekt wurde 2019 ins Leben gerufen als starker Impuls für qualitativ hochwertige Daten, die unser Unternehmen weltweit voranbringen. Damit wird eine einzige Faktenquelle geschaffen, die allen Mitarbeitern von Grünenthal den Zugang zu wichtigen Informationen auf transparente und rationalisierte Weise über Funktionen und Regionen hinweg ermöglicht.

Ende vergangenen Jahres erreichte das Projektteam eine Materialstammdaten-Genauigkeitsrate von 94 Prozent, was eine erhebliche Verbesserung innerhalb von nur 12 Monaten darstellt. Dies ist der erste Schritt auf einem kontinuierlichen Weg, um Grünenthals Erfolg im digitalen Zeitalter durch die Bereitstellung einer soliden Grundlage konsistenter Daten zu sichern.

Bild: Victor Barbosa, Head Global Operations Grünenthal

Victor Barbosa, Head global Operations at Grünenthal

Verantwortung

„Unsere Unternehmenskultur basiert auf einem starken Engagement für die Einhaltung höchster ethischer Standards bei allem, was wir tun.“
Sebastian Köhler, General Counsel
Bild: Sebastian Köhler, General Counsel Grünenthal

Sebastian Köhler, General Counsel at Grünenthal

Verhaltenskodex

Hohe ethische Maßstäbe schaffen Vertrauen

Bei Grünenthal haben wir uns dazu verpflichtet, integer zu handeln und all unsere Forschungs- und Geschäftsaktivitäten in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften umzusetzen. Durch hohe ethische Maßstäbe bauen wir Vertrauen auf. Alle Interessengruppen – Patienten, Kunden, Mitarbeiter, Partner, Lieferanten, Investoren und das Umfeld, in dem wir tätig sind – können sich auf uns verlassen. Unser Compliance-System gibt den Rahmen für unsere Entscheidungen und Handlungen vor. Es basiert auf unserem Verhaltenskodex (Code of Conduct), den wir 2018 überarbeitet haben.

Unser Compliance-Rahmen regelt unsere Zusammenarbeit mit Gesundheitsdienstleistern, Patienten und Geschäftspartnern und schließt Datenschutzangelegenheiten, Wettbewerbs- und Kartellregelungen sowie Finanz-Compliance mit ein. Grünenthals Compliance-Organisation ist Teil der Rechtsabteilung und wird von unserem General Counsel geleitet.

Du siehst es, du sagst es

Der Aufbau einer Compliance-Kultur bedeutet auch, unethisches, unehrliches oder anderes inakzeptables Verhalten anzusprechen und alles zu melden, was nicht unseren hohen ethischen Standards entspricht. Daher werden alle Beteiligten – Mitarbeiter genauso wie externe Interessengruppen – gebeten, sämtliche Probleme, Bedenken und Formen von Fehlverhalten in Bezug auf Compliance unverzüglich zu melden. Bedenken oder Fragen können persönlich oder anonym über unsere Ethik-Hotline gemeldet werden, die absolute Vertraulichkeit gewährleistet.

www.ethicshelpline.grunenthal.com

Unser Bekenntnis zum verantwortungsvollen Gebrauch von Opioiden

Es ist allgemein anerkannt, dass eine angemessene und wirksame Schmerzbehandlung ein grundlegendes Menschenrecht ist, wie es die Deklaration von Montreal der International Association for the Study of Pain (IASP) aus dem Jahr 2011 besagt. Dementsprechend sind wir der Meinung, dass Opioide eine der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten sein sollten, da diese Medikamente eine wichtige Rolle bei der Behandlung starker Schmerzen spielen können.

Opioide bergen jedoch auch das Risiko einer unsachgemäßen Anwendung wie zum Beispiel Missbrauch, Abhängigkeit und illegaler Weiterverkauf. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass Ärzte vor der Verschreibung von Opioiden sorgfältig Nutzen und Risiken aller verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten abwägen. Bei Grünenthal sind wir der Ansicht, dass Ärzte, die Opioide verschreiben, einen individuellen Ansatz bei der Opioidtherapie verfolgen sollten. Dies beinhaltet die Vereinbarung eines klaren und realistischen Behandlungsziels mit dem Patienten.

Grünenthal engagiert sich für die Lösung von Herausforderungen, die mit dem Einsatz von Opioiden weltweit einhergehen. Insbesondere die Opioidkrise in den USA bedarf der dringenden Aufmerksamkeit von politischen Entscheidungsträgern und Pharmaunternehmen. Wir sind aktiv an einer Reihe von Maßnahmen und Initiativen zur Eindämmung der negativen Auswirkungen beteiligt, die eine falsche Anwendung von Opioiden auf Einzelpersonen, Familien und die Gesellschaft hat. Im Jahr 2019 haben wir zum Beispiel eine obligatorische Erklärung eingeführt, die in allen Informations-, Weiterbildungs- und Werbematerialien enthalten sein muss, in denen Opioide erwähnt werden.

Diese Erklärung bekräftigt unser langjähriges Prinzip, dass alle Mitteilungen unseres Unternehmens die Vorteile und Risiken unserer Produkte sachlich, genau, präzise und ausgewogen beschreiben. Die Erklärung wurde in unserem Unternehmen durch eine Aufklärungskampagne begleitet, die unsere Verantwortung im Zusammenhang mit diesen Medikamenten hervorhob und darauf abzielte, eine gemeinsame ethische Denkweise zu fördern, die weit über die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften hinausgeht.

Wir setzen uns weiterhin verstärkt dafür ein, das Risiko einer unsachgemäßen Anwendung von verschreibungspflichtigen Opioiden zu minimieren, und möchten gleichzeitig, dass Patienten mit eindeutigem Bedarf der Zugang zu wirksamen und geeigneten Behandlungen nicht verwehrt wird. Außerdem arbeiten wir weiterhin unermüdlich daran, innovative Lösungen auf den Markt zu bringen, die uns unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen näherbringen.

www.grunenthal.com/about-us/our_positions

Die Grünenthal-Charta zum verantwortungsvollen medizinischen Einsatz von Opioiden bei Schmerzen

Schmerzen stellen eine enorme Belastung der Gesellschaft dar:

Menschen auf der ganzen Welt leiden unter chronischen Schmerzen

Der Zugang zu geeigneten Schmerzmitteln ist ein Kernfaktor bei der Behandlung von Schmerzpatienten – er ist allgemein als grundlegendes Menschenrecht2 anerkannt und bleibt ein ernstes Problem in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen.3

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 5,5 Milliarden Menschen (83 Prozent der Weltbevölkerung) in Ländern mit geringem bis nicht vorhandenem Zugang zu kontrollierten Medikamenten leben

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 5,5 Milliarden Menschen (83 Prozent der Weltbevölkerung) in Ländern mit geringem bis nicht vorhandenem Zugang zu kontrollierten Medikamenten leben und nur unzureichenden Zugang zu Behandlungen gegen mäßige bis starke Schmerzen haben.4

Je nach Intensität der Schmerzen steht ein breites Spektrum an Therapien zur Verfügung. Eine Möglichkeit bei mäßigen bis starken Schmerzen ist der Einsatz von Opioiden.

Opioide können das Risiko einer unsachgemäßen Anwendung bergen5:

Opioide können das Risiko einer unsachgemäßen Anwendung bergen

Es ist von elementarer Bedeutung, dass Ärzte Opioide erst nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken aller verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten verschreiben.

Ärzte, die Opioide verschreiben, sollten einen individuellen Ansatz bei der Opioidtherapie verfolgen

2
International Association for the Study of Pain. Declaration of Montreal, 2010. Available at: https://www.iasp-pain.org/DeclarationofMontreal. Zugriff: April 2020.3
Bhadelia A et al. Solving the global crisis in access to pain relief: lessons from country actions. Am J Public Health. 2019;109(1):58-60. 4
World Health Organisation. Controlled substances and WHO: Access to Analgesics and to Other Controlled Medications. Available at: https://www.who.int/medicines/access/controlled-substances/control_
substances_who/en/. Zugriff: April 2020.
5
Brennan F et al. Access to pain management as a human right. Am J Public Health. 2019;109(1):61-65.

Wir teilen den breiten Konsens der Schmerzgemeinschaft, dass

Wir teilen den breiten Konsens der Schmerzgemeinschaft

Grünenthal setzt sich weiterhin dafür ein, das Risiko einer unsachgemäßen oder unrechtmäßigen Anwendung von verschreibungspflichtigen Opioiden zu minimieren und möchte gewährleisten, dass Patienten mit eindeutigem Bedarf der Zugang zu wirksamen und geeigneten Behandlungen nicht verwehrt wird.

Durch unsere eigene Forschung und die Nutzung externer Innovationen über Kooperationen und Netzwerke arbeiten wir an innovativen Lösungen, um Schmerzen zu lindern, und definieren die Zukunft der Schmerzbehandlung neu. In unserer Forschung und Entwicklung untersuchen wir auch nicht-opioide Wirkmechanismen.

Unser Ansatz in diesem Bereich lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Unser Engagement

Weitere Informationen finden Sie in der Grünenthal-Charta zum verantwortungsvollen medizinischen Einsatz von Opioiden bei Schmerzen:

www.grunenthal.com/en/about-us/responsibility/responsible-use-of-opioids

Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit

Unser Engagement für eine nachhaltige Zukunft

Die begrenzten Ressourcen dieser Welt werden immer knapper, und der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist bereits größer, als unser Planet verkraften kann. Deshalb engagieren wir uns für Umweltschutz und eine nachhaltige Entwicklung.

Unser Engagement in diesem Zusammenhang umfasst die Definition von konkreten Zielen, die für unsere Geschäftstätigkeit relevant sind, und die Einführung von Managementsystemen, die international führenden Normen für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit entsprechen. Wir sammeln und analysieren Daten aus unseren Produktionsstätten und nutzen sie, um die Effizienz und den Arbeitsschutz kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig den Energieverbrauch zu reduzieren und die Abfallmenge zu minimieren.

Im Februar 2020 kündigte Grünenthal an, am Standort Aachen Elektro- und Hybridfahrzeuge in den Fuhrpark für Manager aufzunehmen. Die Entscheidung ist Teil des stetigen Engagements von Grünenthal zur Förderung der Nachhaltigkeit durch die Reduktion des ökologischen Fußabdrucks seiner Betriebe.

Sicherheit am Arbeitsplatz

Im Jahr 2018 gab es im gesamten Grünenthal-Unternehmen 57 Arbeitsunfälle, das war unser niedrigster Wert aller Zeiten. Im Jahr 2019 erhöhte sich die Zahl der Unfälle auf 63, was einem Anstieg um 11 Prozent entspricht.

Anfang 2019 haben wir beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, um unseren Weg hin zu null Arbeitsunfällen fortzusetzen. Wir haben die Analyse von Arbeitsunfällen intensiviert und analysieren auch die Gründe für Beinahe-Unfälle. Auf diese Weise wollen wir geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Wiederholung solcher Situationen zu vermeiden. Jeder Arbeitsunfall wird mit dem gesamten Global Manufacturing Leadership Team besprochen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an allen unseren Produktionsstandorten weltweit angewendet.

Als eine unserer Hauptinitiativen haben wir damit begonnen, die gegenseitige Beobachtung des Verhaltens in puncto Sicherheit an allen unseren Produktionsstätten einzuführen. Jeder Mitarbeiter in der Produktion investiert jeden Monat 20 Minuten, um das Sicherheitsverhalten seiner Arbeitskollegen in einem bestimmten Bereich zu beobachten und ihnen konstruktives Feedback zu geben. Zusätzlich zu dieser Initiative führten alle unsere Produktionsstätten spezifische lokale Aktivitäten zur Stärkung des Sicherheitsbewusstseins ein. Natürlich ist die Sicherheit ein ständiges Thema auf den Tagesordnungen aller unserer Standorte.

Auf diese Weise streben wir danach, das Sicherheitsbewusstsein aller Mitarbeiter zu verbessern, unsichere Situationen zu vermeiden und unserem Ziel von null Arbeitsunfällen näher zu kommen. Wir sind überzeugt, dass sich diese Maßnahmen positiv auswirken und aktiv zum Schutz unserer Mitarbeiter beitragen werden.

Bild: Grünenthal Campus Aachen, Deutschland

Research building on the Grünenthal Campus in Aachen, Germany

Soziale Verantwortung

Das Bewusstsein einer Verantwortung für die Welt um uns herum ist ein wichtiger Teil unserer Unternehmenskultur. Wir unterstützen seit vielen Jahren Projekte, die sich positiv auf Menschen und Gemeinschaften auswirken – von der Palliativmedizin über karitative Aktivitäten bis hin zum Umweltschutz. Wir beteiligen uns aktiv an Projekten, die die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt verbessern. Hier einige Beispiele.

Grünenthal-Stiftung zur Unterstützung von Thalidomid-betroffenen Menschen

Die Grünenthal-Stiftung zur Unterstützung von Thalidomidbetroffenen bietet Hilfe für Menschen, die von einem thalidomidhaltigen Präparat von Grünenthal oder seiner Lizenznehmer betroffen sind. Ziel ist, die Lebenssituation dieser Menschen unbürokratisch durch eigens zugeschnittene, bedarfsorientierte Angebote zu verbessern. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung in mehr als 2.000 Fällen Hilfe geleistet – von barrierefreien Badezimmern und Küchen über speziell angepasste Rollstühle und Fahrzeuge, sprachgesteuerte Software für Computer und andere Geräte bis hin zu Investitionen in den Umbau von Krankenhauszimmern.

Eines dieser Projekte umfasste Umbaumaßnahmen in Privathäusern, um Menschen mit Behinderungen den Alltag zu erleichtern. Die Beiträge der Stiftung halfen zum Beispiel bei der Umgestaltung von Küchen. Die neuen Einrichtungen verfügen über modernste Technologien, die eine Reihe alltäglicher Aufgaben erleichtern - von Sensoren, die die Warm- und Kaltwasserhähne betätigen, über Fernbedienungen für Geräte bis hin zu innovativen Designs, die Schränke und Schubladen leichter zugänglich machen.

Die Grünenthal-Stiftung steht allen Menschen offen, die an den Folgen der Thalidomid-Präparate von Grünenthal oder seiner Lizenznehmer leiden und die von einer offiziellen Institution mit ähnlichen Zulassungskriterien wie der Contergan-Stiftung, eine deutsche öffentlich-rechtliche Stiftung des Bundes, oder der UK Thalidomide Trust anerkannt werden.

Von den Sternen in die Ställe

Im Jahr 2019 hat Grünenthal Italien die Initiative „Dalle stelle alle stalle: un mondo di cavalli, natura e bambini“ unterstützt.

Diese Initiative, die wörtlich übersetzt „Von den Sternen in die Ställe: eine Welt der Pferde, Natur und Kinder“ heißt, wurde von der Vereinigung „Amici del Centro Vittorio di Capua“ ins Leben gerufen und unterstützt das Zentrum für Pferdetherapie am ASST Grande Metropolitan Hospital Niguarda in Mailand.

Diese Einrichtung bietet ein Programm von Initiativen, die darauf abzielen, die kontinuierliche Versorgung der Patienten nach ihrer Entlassung zu gewährleisten, um einen modernen Rehabilitationsansatz anzubieten, der so reibungslos und effektiv wie möglich verläuft. Darüber hinaus fördert sie die Praktiken der Pferdetherapie in Italien und auf der ganzen Welt und macht sie bekannter.

Die Sitzungen im Zentrum für Pferdetherapie dauern in der Regel etwa 90 Minuten und umfassen Reiten oder die Arbeit mit einem Pferd sowie die Arbeit am Boden. Die Unterstützung von Grünenthal Italien hat es dem Zentrum ermöglicht, seine Aktivitäten auszubauen und mehr als 100 Patienten in einem Jahr zu behandeln.

Unterstützung von Gemeinden im ländlichen Ecuador

Unser Team in Ecuador organisiert Aktivitäten und Spenden für Menschen in ländlichen Gebieten, wobei der Schwerpunkt auf der Erfüllung der Bedürfnisse von Kindern liegt. So haben unsere Mitarbeiter beispielsweise im vergangenen Jahr in La Condencia Schulrucksäcke und Winterausrüstungen für Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren gespendet. Viele Kinder in dieser Gemeinde leben in Häusern aus Zuckerrohr und sind eine Stunde lang unterwegs, um zur Schule zu gelangen. Die Winterausrüstungen enthielten einen wasserdichten Poncho, Gummistiefel und einen Regenschirm, um den Kindern diesen wichtigen Weg zu erleichtern – auch in den Wintermonaten.

Darüber hinaus unterstützte unser Team auch zahnärztliche Untersuchungen und Mundpflegesitzungen für Menschen, die in Cayambe und Toacaso leben, und spendete edukative Spiele, die die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder fördern.

Diese Aktivitäten sind Teil unseres langjährigen Engagements zur Unterstützung der Entwicklung von Gemeinden im ländlichen Ecuador. Die Grünenthal-Stiftung führt seit vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern soziale Projekte in diesem Land durch. Neben den besonderen Initiativen im Jahr 2019 organisiert unser Team auch viele Aktivitäten, die darauf abzielen, gemeinsame Freizeitmomente mit Kindern und älteren Menschen in benachteiligten Gebieten in ganz Ecuador zu fördern.

Eine etwas andere Spende

Im Jahr 2019 besuchte unser Team in Kolumbien vier Pflegeeinrichtungen, die auf den Dienst an älteren Menschen mit begrenzten wirtschaftlichen Mitteln spezialisiert sind. Unsere Mitarbeiter unterstützten das Personal dieser Einrichtungen, streiften sich selbst Overalls über und beteiligten sich an Reparatur-, Maler- und Wartungsarbeiten, für die eine zusätzliche Unterstützung nötig war.

Das Grünenthal-Team konnte dabei auch die Bewohner und Mitarbeiter kennenlernen, Spenden übergeben und bei einigen Bingo-Spielen mitmachen. Unsere Mitarbeiter profitierten von dieser Gelegenheit, ihre Zeit, ihre Freude und ihre positive Energie weiterzugeben – auf eine Art und Weise, die über physische Spenden hinausgeht und einen bedeutenden emotionalen Beitrag zum Leben älterer pflegebedürftiger Patienten leistet.

Mehr Komfort für junge Patienten im Krankenhaus

Grünenthal-Mitarbeiter in Spanien nahmen 2019 an einer speziellen Teambuilding-Aktivität teil, um ihren Fokus für unseren Unternehmenswert „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ zu schärfen. Dies ist einer von fünf Werten, die Klarheit darüber schaffen, wie wir zusammenarbeiten wollen, um erfolgreiche Ergebnisse für unser Unternehmen und für die Patienten zu erzielen.

Das Team organisierte ein Quiz, bei dem die Mitarbeiter gegeneinander antraten, um Punkte zu gewinnen, die später in Spenden an das Hospital Universitario La Paz in Madrid und das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau in Barcelona umgewandelt wurden. Diese Krankenhäuser wurden mit Unterstützung der Spanischen Gesellschaft für pädiatrische Palliativpflege ausgewählt.

Die Aktivität zielte darauf ab, unsere Teams dabei zu unterstützen, Fortschritte auf dem Weg zu unserer Vision einer Welt ohne Schmerzen zu machen. Durch diese Aktivität hat Grünenthal Spanien dazu beigetragen, dass sich junge Patienten während eines Krankenhausaufenthaltes etwas wohler fühlen.

Bild: Die Grünenthal-Stiftung organisiert Aktivitäten für Kinder in ländlichen Gebieten Ecuadors Bild: Grünenthal-Mitarbeiter übernehmen Reparaturarbeiten an Pflegezentren in Kolumbien

The Grünenthal Foundation organises activities for children in rural areas in Ecuador
Grünenthal employees contributing to repairs at care centres in Colombia

Finanzen

Neuausrichtung für künftiges Wachstum

„2019 war in Bezug auf die Finanzleistung unser bisher bestes Jahr. Wir befinden uns in einer starken Position, um auf diesem Erfolg in Zukunft aufzubauen.“
Fabian Raschke, Chief Financial Officer

2019 war im Hinblick auf die Finanzleistung ein Rekordjahr für Grünenthal. Der Umsatz stieg um 9 Prozent, unser bereinigtes EBITDA1 wuchs um etwa 60 Prozent und erreichte insgesamt mehr als 340 Millionen Euro. Unser Umsatzanstieg ist hauptsächlich auf den ganzjährigen Umsatzbeitrag von Nexium™ und Vimovo™ zurückzuführen, die Ende 2018 als Teil der größten Investition in der Geschichte von Grünenthal erworben wurden. Einen starken Beitrag leistete auch das kontinuierliche organische Wachstum von Palexia™, das hauptsächlich in Europa und über unser Partnergeschäft in Australien erreicht wurde. Externes Wachstum führte zu einer erheblichen Umsatzsteigerung in Europa und in unserem globalen Partnergeschäft (Rest der Welt).

Unser kontinuierliches Kostenmanagement trug zusätzlich zur starken Performance unseres Unternehmens bei. Gleichzeitig setzten wir unsere Investitionen in Wachstumsaktivitäten fort, zum Beispiel durch die Gründung einer eigenen Geschäftseinheit in den USA und den Aufbau von Fern Health. Diese positiven Entwicklungen waren dank des außerordentlichen Engagements unserer Mitarbeiter möglich, auch angesichts großer Herausforderungen wie der Konkurrenz durch Generika sowie einer zunehmend schwieriger werdenden Kostenerstattungssituation.

1Bereinigtes EBITDA bezeichnet das Betriebsergebnis bereinigt um Abschreibungen und Sondereffekte, insbesondere aus Restrukturierungsmaßnahmen, akquisitionsbezogenen Aufwendungen und Ergebnissen aus Desinvestitionen, und ist als Haupttreiber des freien Cashflows unser wichtigster Leistungsindikator.

Es liegt in der Natur der F&E-Aktivitäten, dass einige Produkte die Markteinführung nicht erreichen. Im Jahr 2019 haben wir zum Beispiel beschlossen, Entwicklungsprojekte wie Neosaxitoxin und Neridronat nicht weiterzuführen. Im Jahr 2019 haben wir unsere F&E-Organisation neu strukturiert, was zu einmaligen Umstrukturierungskosten führte. Wertminderungen und Umstrukturierungskosten hatten einen negativen Einfluss auf unseren Gewinn vor Steuern (IBT). Trotz dieser einmaligen Belastungen konnten wir unsere Nettoverschuldung schneller als geplant reduzieren. Dies schafft neuen finanziellen Spielraum, um unsere Strategie fortzusetzen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Unsere Strategie ist auf klaren Erfolg ausgerichtet

Die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie leistet einen starken und wertvollen Beitrag zur Leistung unseres Unternehmens und eröffnet uns gleichzeitig neue Möglichkeiten.

Bereinigtes EBITDA 2017–2019 (in Mio. €)

Bereinigtes EBITDA 2017-2019 (in Mio. €)

Ausblick auf 2020

Vor dem Ausbruch von Covid-19 erwarteten wir für 2020 ein weitgehend unverändertes Marktumfeld.
Angesichts der Art unseres Portfolios erwarteten wir einen leichten Rückgang des Umsatzes und des bereinigten EBITDA auf vergleichbarer Basis. Bislang waren die finanziellen Auswirkungen von Covid-19 für Grünenthal sehr begrenzt, aber je nach Dauer und Entwicklung der Krise könnten diese Auswirkungen gravierender werden.5
Trotz dieser Herausforderungen sind wir bestrebt, weiterhin Möglichkeiten zu entdecken, um weiteres Wachstum für unser Geschäft durch Akquisitionen zu erschließen, die unser bereinigtes EBITDA und unseren Cashflow direkt steigern.

5 Stand: April 2020

Geschäftsentwicklung und Lizenzierung

Gestaltung unserer Zukunft durch das Abschließen von Deals

Wir sind überzeugt, dass Kooperation der Schlüssel zur Entwicklung lebensverändernder Medikamente für Patienten mit ungedecktem medizinischem Bedarf ist. Deshalb streben wir aktiv engagierte Partnerschaften mit gleichgesinnten Organisationen an, die unsere Leidenschaft für die Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden teilen. Der Aufbau dieses starken Netzwerks eröffnet Experten aus verschiedenen Fachgebieten die Möglichkeit, Wissen auszutauschen und die Umsetzung der Vision unseres Unternehmens von einer Welt ohne Schmerzen zu erreichen.

Grünenthal ist bekannt für sein unermüdliches Engagement, Innovationen im Schmerzbereich voranzutreiben. Unseren Ruf als führendes Unternehmen in der Schmerzforschung und -behandlung haben wir uns in den letzten 50 Jahren erarbeitet. Unsere Experten setzen ihr tiefgreifendes Verständnis und ihre Erfahrung ein, um seit Jahrzehnten bahnbrechende Lösungen für Patienten zu finden. Wir hören jedoch nie auf, nach neuen F&E-Kooperationen im Bereich Schmerz zu suchen und haben das Potenzial, das Leben der Menschen grundlegend zu verbessern.

Natürlich gehen unsere Partnerschaften auch über F&E-Kooperationen hinaus. Als mittelständisches Pharmaunternehmen in Familienbesitz mit starken F&E- und Vertriebskapazitäten sind wir ein idealer Partner für Unternehmen, die Projekte erfolgreich auf den Markt bringen wollen. Unsere Partner schätzen insbesondere unsere qualitativ hochwertigen Produkte sowie unsere hochmoderne Produktion und Produktbereitstellung. Aus diesem Grund engagieren wir uns für vertrauensvolle Beziehungen einschließlich Vertriebspartnerschaften, Lizenzvereinbarungen und Zukäufen für Entwicklungsprojekte sowie Partnerschaften für vermarktete Produkte. Wir sind besonders an Vereinbarungen für Auslizenzierungen in Ländern interessiert, in denen wir noch nicht durch eigene Tochtergesellschaften präsent sind.

Anorganisches Wachstum ist eines unserer strategischen Kernelemente. Wir haben 1,4 Milliarden € in sogenannte Build-Muscle-Deals, wie in die Zukäufe von Nexium™, Vimovo™ und Zomig™, investiert. Außerdem bleibt Grünenthal weiterhin darauf fokussiert, Produkte oder Portfolios zu erwerben, die unser bereinigtes EBITDA unmittelbar stärken.

Bild: Fabian Raschke, Chief Financial Officer Grünenthal

Fabian Raschke, Chief Financial Officer at Grünenthal